PARTNERSCHAFT Persönliche Gespräche, gemeinsames Programm und Gastfreundschaft prägten die Reise.
Der Besuch einer rund 40-köpfigen Schwabacher Reisegruppe in der französischen Partnerstadt Les Sables d’Olonne zeigte einmal mehr die enge Verbundenheit beider Städte.
Das Partnerschaftskomitee Schwabach teilt mit, dass die Pfingstreise für die Bürgerinnen und Bürger aus Schwabach eine Zeit intensiver Begegnungen und zahlreicher Programm-Highlights war. Das französische Partnerschaftskomitee von Les Sables d’Olonne gab sich alle Mühe, den Gästen aus Schwabach unvergessliche Momente zu bescheren.
Der herzliche Empfang mit winkenden Fähnchen nach der nächtlichen Busfahrt ließ sofort eine großartige Stimmung aufkommen.
Schwimmwettkampf und offizieller Empfang
Eine Gruppe des Schwabacher Schwimmvereins nahm direkt nach der Ankunft am bekannten Schwimmwettkampf in den Salinen teil, zu dem der französische Schwimmverein eingeladen hatte.
Hochoffiziell und zugleich herzlich gestaltete sich der Empfang der Reisenden im Rathaus, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Les Sables d’Olonne.
Eine Stadt mit vielen Facetten
Les Sables d’Olonne beeindruckt durch seine Vielfalt: Die Altstadt lädt zum Bummeln ein, ein Bad im Atlantik bietet Abkühlung und die ausgedehnten Sandstrände sind ideal für ein Sonnenbad. Zahlreiche Bars und Restaurants an den Strand- und Hafenanlagen sorgen bis in die Nacht für ein lebendiges Flair.
Das französische Partnerschaftskomitee organisierte mit viel Hingabe zahlreiche Aktivitäten. Dazu gehörten eine Ausfahrt mit dem Wikingerschiff-Nachbau „Drakkar“ auf den Atlantik, Besuche von Fischereibetrieben und Führungen zur Stadtentwicklung.
Am „Place Schwabach“ besuchte die Gruppe die Skulptur „Schwabacher Herz“ des Künstlers Clemens Heinl.
Ruhig und verlassen wirkte dagegen die „wilde“ Dünenlandschaft im Norden der Stadt. Dort erläuterte eine lokale Umweltorganisation die Herausforderungen des fragilen Ökosystems.
Persönliche Begegnungen im Mittelpunkt
Besonders prägend waren die persönlichen Begegnungen zwischen den Menschen beider Partnerstädte.
Ein Höhepunkt der Reise war ein abendliches Fest mit kulinarischen Köstlichkeiten und Musik bis spät in die Nacht. Wer hätte gedacht, wie vorzüglich Meeresfrüchte zu Sauerkraut passen?
Die Gastgeber freuten sich über die mitgebrachten Gastgeschenke. Darunter befanden sich kleine Kunstwerke, die von der Schwabacher Künstlerin Barbara Feldmann gestaltet worden waren.
Am letzten Tag gönnte sich die Reisegruppe ein ausgedehntes Picknick unter schattenspendenden Pinien. Im Laufe der Woche hatte man sich kennengelernt, sodass die mitgebrachten Speisen miteinander geteilt wurden. Es wurde gegessen, diskutiert und gelacht – bis zum unvermeidlichen Abschied, der entsprechend bewegend ausfiel.
Unterstützung durch die Bürgerstiftung
Enttäuschend war die unerwartete Ablehnung einer Förderung durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds nach einer aufwendigen Antragstellung.
Umso größer ist der Dank an die Bürgerstiftung Unser Schwabach. Unter Vermittlung ihres Vorsitzenden Ralf Gabriel unterstützte sie unkompliziert und pragmatisch die Beschaffung der Gastgeschenke für die französischen Freunde.
Was Städtepartnerschaften attraktiv macht
Was macht Städtepartnerschaften eigentlich so attraktiv?
Spannend ist es, in einem anderen Land neue Menschen kennenzulernen, die anders denken und leben als man selbst. Gerade darin liegt die Faszination für das Andere.
Fehlen deutsch-französische Sprachkenntnisse, erleichtern Übersetzungs-Apps und die englische Sprache die Verständigung. Auch gemeinsame Interessen können Menschen miteinander verbinden.
So pflegt die Schwabacher Freiwillige Feuerwehr bereits seit mehr als 50 Jahren enge Kontakte zur Feuerwehr in Les Sables d’Olonne. Dieses Modell könnte auch für andere Institutionen und Vereine eine Inspiration sein.
Gemeinsam für Demokratie und Europa
Der französische Nationalfeiertag am 14. Juli steht für die Revolution und das Ende der Feudalherrschaft.
Heute leben wir in Demokratien. Angesichts globaler Entwicklungen ist dies jedoch nicht mehr selbstverständlich. Gewählte Regierungen können demokratische Grundprinzipien zugunsten ihres Machterhalts aushebeln. Davon profitieren privilegierte Gruppen, während die Bevölkerung Einfluss und Möglichkeiten zur Teilhabe verliert.
Schwindet zugleich der regulierende Einfluss internationaler Organisationen, weil Macht- und Wirtschaftszentren zunehmend das Recht des Stärkeren durchsetzen, widerspricht dies den Interessen der europäischen Demokratien.
Ein einzelnes Land wird dem steigenden geopolitischen Druck kaum standhalten können. Gemeinsam ist dies jedoch möglich.
Vertrauen als Grundlage für Frieden
Städtepartnerschaften fördern echte und langfristige Beziehungen zwischen Menschen und Kommunen. Durch Begegnungen, Wissenstransfer und gemeinsame Projekte entsteht Vertrauen.
Vertrauen ist die Grundlage für Frieden, Demokratie und ein funktionierendes Europa.
Genau dies unterstützen die ehrenamtlich arbeitenden Partnerschaftskomitees in Les Sables d’Olonne und Schwabach. Sie verbinden die Bürgerinnen und Bürger beider Städte, fördern den Austausch und organisieren gemeinsame Veranstaltungen.
Dabei laden sie alle Interessierten dazu ein, in die Lebensphilosophie und Kultur der jeweils „anderen“ Seite einzutauchen – und dabei gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.
